Den Klang erinnern – Musizieren mit Demenzkranken

Bei an Demenz erkrankten Menschen kann Musik Erinnerungen auslösen, Emotionen wecken und Verständigung ermöglichen. Vor diesem Hintergrund hat die Musikschule Bochum ihr Projekt „Den Klang erinnern“ entwickelt, bei dem eine musikgeragogisch fortgebildete Musikschullehrkraft einmal wöchentlich in einem Pflegeheim mit an Demenz erkrankten Menschen musikalisch-elementar arbeitet. Die Musikschullehrkraft hat dort insgesamt etwa 120 Minuten Unterrichtszeit, um in mehreren Wohngruppen musikpädagogisch zu arbeiten. Die Inhalte werden situativ nach den Fähigkeiten der Seniorinnen und Senioren gestaltet. Singen und elementares Musizieren mit einfachen Instrumenten (Orff-Instrumente, Tischharfe) werden die Grundpfeiler des Unterrichts sein. Sprechverse, rhythmische Bewegungen oder auch nur das Hören von Liedern aus der Vergangenheit ergänzen das Angebot. Bei schwerwiegender Demenz und/oder Bettlägerigkeit kann auch durch Musizieren „für“ den Erkrankten eine Wirkung erzielt werden. Die Musikschullehrkraft wird durch das Fachpersonal des Pflegeheims begleitet. Darüber hinaus findet ein intensiver Austausch über die Möglichkeiten und Ziele des Musikangebots statt. Das Pilotprojekt findet in einem Pflegeheim der Senioreneinrichtungen Bochum (SBO), dem Träger der städtischen Alten- und Pflegeheime statt. Nach Abschluss des Piloten ist – bei entsprechendem Erfolg – mittelfristig eine schrittweise Ausdehnung auf die anderen Häuser der Senioreneinrichtungen Bochum geplant. Anschließend sollen auch andere Träger (Kirchen, Wohlfahrtsverbände) angesprochen werden.