Stiftung Kunst Kultur und Soziales der Sparda-Bank West

  • © Stiftung der Sparda-Bank West | Foto: Falco Peters

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Sparda-Musiknetzwerk Auszeichnung 2018


Die Ausgezeichneten stehen fest!

Dies Ausgezeichneten stehen fest

Bereits seit 14 Jahren verfolgt das Sparda-Musiknetzwerk erfolgreich das Ziel, Projekte zu fördern, die der Zukunftsorientierung musikalischer Bildungsarbeit dienen und einen modellhaften Charakter haben. Einmal jährlich werden bis zu vier Projekte mit der Sparda-Musiknetzwerk Auszeichnung prämiert. Bewerben konnten sich öffentliche Musikschulen, Chöre sowie Laienmusikensembles und -vereine.

Die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes hat aus insgesamt 21 Bewerbungen die folgenden Projekte für eine Auszeichnung ausgewählt. Sie stehen für ein beispielhaftes Engagement in den für dieses Jahr formulierten Themenfeldern „Willkommenskultur leben / Nachwuchs finden / Demographischen Wandel gestalten / Kulturelles Erbe pflegen“:

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Musikschule Bocholt-Isselburg, Verein Leben im Alter, Seniorenbüro der Stadt Bocholt, AWO, Caritasverband u.a.
Projekt: Musik im Quartier

Möglichst viele Menschen musikalisch zusammenzubringen sowie Jung und Alt einen niederschwelligen Zugang zur Musik zu ermöglichen sind Ziele, welche die Musikschule Bocholt mit ihrem Projekt „Musik im Quartier“ verfolgt. So finden seit nunmehr drei Jahren monatlich musikalische Nachmittage in verschiedenen Stadtteilen (Quartieren) statt. Für jedes Quartier gibt es ein eigenes Konzept, das gemeinsam mit den interessierten Akteuren vor Ort (Kindergärten, Schulen, soziale Einrichtungen etc.) entwickelt wird und auf die vorhandenen Ressourcen sowie die dort lebenden Menschen abgestimmt ist. Treffen sich in einem Quartier eher Senior(inn)en, haben sich in anderen Stadtteilen gemeinsame Musikgruppen von Senior(inn)en und Kindergartenkindern gebildet. Wiederum andere Quartiere trommeln mit behinderten Menschen. Alle Quartiersangebote sind kostenfrei.

Die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes würdigt mit der Auszeichnung ganz besonders die individuell spezifische Angebotsstruktur für die einzelnen Quartiere, die beispielhaft auch für andere Kommunen wirken kann.

Musikschule Dortmund, TU Dortmund, Chorakademie Dortmund
Projekt: "Barockakademie der Musikschule Dortmund"
Fritz-Busch-Musikschule der Universitätsstadt Siegen, Kinder- und Jugendchor Siegen Süd, Verein Focus Alte Musik, Musikschule Beckum Warendorf
Projekt: "Musica sine Terminis - Musikalische Reise im alten Europa"


Die Auszeichnung geht gemeinschaftlich an die Musikschulen, da beide sich in vorbildlicher Weise für die Pflege und Vermittlung „Alter Musik“ einsetzen.

Eine Brücke schlagen zwischen Alter Musik und heutiger Zeit – diesem Thema haben sich die Musikschulen Dortmund und Siegen gewidmet und hierfür jeweils ein modellhaftes Projekt entwickelt. In beiden Konzepten spielt das gemeinsame Musizieren unter partizipativen Ansatz eine wesentliche Rolle.
An der Barockakademie Dortmund werden – neben regelmäßigen Kursen und Unterrichtsstunden durch renommierte Dozent(inn)en – zum Beispiel auch Ensembles gebildet, in ihrer weiteren Entwicklung unterstützt und zu einem selbstverantworteten Proben geführt. Darüber hinaus werden Konzerte und Auftrittsmöglichkeiten organisiert. Auch ein Barocktag und ein Wochenende mit Proben, Vorträgen und einem Werkstattkonzert fanden bereits statt. Alle Veranstaltungen sind offen und kostenlos für Interessierte jeden Alters.
In Siegen musizierten in einem interaktiven viertägigen Workshop 59 Musiker(innen) unterschiedlichsten Leistungsstands und Alters miteinander. Das Programm umfasste neben Ensemblearbeit beispielsweise auch themengebundene Workshops, Vorträge sowie Tanz und Improvisation. Inhalt und Ablauf wurde von den Teilnehmer(inne)n selbst mitgestaltet. Den Abschluss bildete ein öffentliches Konzert. Idee war es zu zeigen, was kulturell durch gegenseitige Einflüsse nationaler Stile und deren Vermischung an „Neuem“ entstehen kann.
Dass zwei bedeutende Musikschulen in NRW das Genre der Alten Musik so dezidiert in den Fokus nehmen und dabei neue partizipative Formate entwickeln, war Anlass für die Jury, beide Musikschulen gemeinsam für ihre Arbeit auszuzeichnen

Musikverein Harmonie Wolfert e.V.
Projekt: Langfristige Zukunftssicherung eines Traditionsvereins durch aktiven Einbezug von Kinder und Jugendlichen

Der Musikverein des 300 Seelen-Dorfes Wolfert ist ein wichtiger Bestandteil der dörflichen und kirchlichen Gemeinschaft. Da die Entfernung zur nächsten Musikschule weit ist, bildet der Verein seinen Nachwuchs seit ein paar Jahren selbst aus. Interessierte Kinder und Jugendliche erhalten kostenlosen instrumentalen Einzelunterricht durch ausgebildete Musiklehrkräfte vor Ort. Darüber hinaus nehmen sie schon bald an den Gesamtproben des Vereins teil und dürfen bei ersten leichten öffentlichen Auftritten mitwirken. Auf diesem Weg wird der Nachwuchs schnell in das Orchester integriert. Von den 24 aktiven Vereinsmitgliedern haben bereits acht Musiker(innen) das vereinseigene Ausbildungsprogramm durchlaufen. Seit 2017 bietet der Verein darüber hinaus für die Jüngsten eine Musikalische Früherziehung an.
Die Jury würdigt mit einer Auszeichnung des Sparda-Musiknetzwerk das außergewöhnliche Vereinsengagement, in einer kleinen Gemeinde das gemeinsame Musizieren zu einem prägenden Bestandteil des gesamten Dorflebens zu machen. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass gerade im ländlichen Raum die Musik gemeinwohlstärkend und identitätsstiftend wirken kann.

Rheinische Musikschule der Stadt Köln und ihre Partner
Projekt: ZettEMM – Jugendfestival für zeitgenössische Musik

Ein Festival von Jugendlichen für Jugendliche, welches die gängigen Konzertsituationen und -formate neu überdenkt und eigene Wege beschreitet, eine Veranstaltung, die Spaß an der zeitgenössischen Musik vermittelt und flexible Kooperationen mit verschiedensten Partnern unterhält: Das ist ZettEmm_20_18, ein Festival, das von der Musikschule Köln jährlich durchführt wird. Auf dem Programm stehen jedes Jahr fünf Konzerte von jeweils 30 Minuten Dauer. Während der halbstündigen Pausen können die Besucher(innen) verschiedene Angebote wie zum Beispiel Workshops, audiovisuelle Kompositionen und Videos oder auch offene Fragen- und Gesprächsrunden besuchen. Der Besuch des Festivals ist kostenfrei und bietet insofern einen niederschwelligen Zugang für interessierte Jugendliche.
Neue Musik, die oft als hermetisch oder unzugänglich erlebt wird, auf diese frische und unkonventionelle Art zu präsentieren und dabei durch Raum- und Zeitgestaltung besonders für Jugendliche zugänglich und spannend zu gestalten, ist ein besonderes und nachahmenswertes Verdienst der Kooperationspartner in Köln, das die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes gerne mit der Auszeichnung 2018 würdigt.