Stiftung Kunst Kultur und Soziales der Sparda-Bank West

  • Alle Ausgezeichneten 2019 - Foto: © Stiftung der Sparda-Bank West | Foto: Falco Peters

  • Bläserphilharmonie Aachen e.V. - Foto: © Stiftung der Sparda-Bank West | Foto: Falco Peters

  • Musikschule Bochum und das Stadtteilzentrum Hustadt der IFAK e.V. - Foto:© Stiftung der Sparda-Bank West | Foto: Falco Peters

  • Musikschule Mönchengladbach - Foto: © Stiftung der Sparda-Bank West | Foto: Falco Peters

  • ChorKreis Lünen-Lüdinghausen e.V. und Bürgerstiftung Selm - Foto: © Stiftung der Sparda-Bank West | Foto: Falco Peters

Sparda-Musiknetzwerk Auszeichnung 2019

Die Ausgezeichneten stehen fest

Sparda-Musiknetzwerk zeichnet zum 15. Mal beispielhafte Musikprojekte aus

Unter dem Motto #15JahreEngagiert feiert die Stiftung der Sparda-Bank West in diesem Jahr ihr Jubiläum. Auch das Sparda-Musiknetzwerk kann mittlerweile auf 15 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Als eines der ersten von der Stiftung initiierten Projekte verfolgt das Sparda-Musiknetzwerk das Ziel, Projekte zu fördern, die der Zukunftsorientierung musikalischer Bildungsarbeit dienen und einen modellhaften Charakter haben. Einmal jährlich werden bis zu vier Projekte mit der Sparda-Musiknetzwerk Auszeichnung prämiert. Bewerben konnten sich öffentliche Musikschulen, Chöre sowie Laienmusikensembles und -vereine.

Die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes hat in diesem Jahr aus insgesamt 27 Bewerbungen die folgenden Projekte für eine Auszeichnung ausgewählt. Sie stehen für ein beispielhaftes Engagement in den für dieses Jahr formulierten Themenfeldern „Willkommenskultur leben / Nachwuchs finden / Demographischen Wandel gestalten / Kulturelles Erbe pflegen“:

mehr...

Bläserphilharmonie Aachen e.V.
Konzerterlebnis „Bot or not“ und Laserharfe

Die Bläserphilharmonie Aachen, ein 80-köpfiges studentisches Blasorchester mit europaweiter Reputation, hat seine ganz eigene Antwort auf die Frage gefunden, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Musik der Zukunft für das Publikum und die Musiker haben kann. Sind wir noch in der Lage, den Unterschied zwischen computergenerierter und handwerklich hergestellter Musik zu hören? Eine spannende Frage, die zu einem spannenden Konzerterlebnis führte: Im Konzert am 29. August 2018 spielte die Bläserphilharmonie Aachen zwei Auftragskompositionen: das Werk eines zeitgenössischen Komponisten und das Werk eines Algorithmus´. Sowohl das Publikum, als auch die Musiker und der Dirigent wissen bis zum Ende des Konzertes nicht, welches Werk wie entstanden ist. Das Publikum wird zur Abstimmung aufgefordert und das Geheimnis am Ende des Konzertes gelüftet – 60% hatten richtig getippt.

Im selben Konzert kommt zudem ein von den Studenten selbst entwickeltes neues Instrument zum Einsatz – eine Laserharfe – im Arrangement eines barocken Werks als Solostück für Laserharfe und Blasorchester.

Die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes würdigt mit der diesjährigen Auszeichnung die außergewöhnlich kreative und zukunftsweisende Konzertprogrammatik der Bläserphilharmonie Aachen, die im Bewusstsein für das kulturelle Erbe die musikalische Zukunft gestalten.


Musikschule Bochum und das Stadtteilzentrum Hustadt der IFAK e.V.
Projekt „Sing your Song“

Die Möglichkeiten der digitalen Medien lotet auch das Kooperationsprojekt der Musikschule Bochum in beispielhafter Weise aus. Wie können Kinder ohne musikalische Vorkenntnisse und Fähigkeiten kreativ musikalisch arbeiten? Der Einsatz von I-Pads als digitalem Instrument war hier die Lösung. Kinder und Jugendliche an fünf Standorten in Bochum - drei Förderschulen, einer Hauptschule und einem Stadtteiltreff - bekamen über ein Jahr kostenlosen Unterricht durch eine Musikschullehrkraft und erarbeiteten selbstständig mit Hilfe von Apps ihre eigenen Songs, sie entwickelten Rhythmus, Melodie und Begleitung in einem partizipativen selbstbestimmten Prozess. Mit hörbarem Ergebnis: Denn alle erarbeiteten Songs wurden in einem professionellen Konzertsaal, dem Musikforum Bochum, auf der Bühne präsentiert. Die Verbindung von Musik und Technik begeisterte die Jugendlichen schnell – und auch die Schulen, die das Projekt für die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schülerinnen und Schülern äußerst positiv bewerten.

Mit der diesjährigen Auszeichnung würdigt die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes sowohl die Konzeption dieses niederschwelligen Musikangebotes für Förderschüler und Kinder aus bildungsfernen Haushalten als auch die damit verbundene Vermittlung eines sinnvollen Umgangs mit neuen Medien.

Musikschule der Stadt Mönchengladbach
Projekt: Baby- und Kleinkinderkonzerte – Musik erleben von Anfang an 

Ganz ohne digitale Medien und sehr unmittelbar ist das Musikerlebnis für die Babys und Kleinkinder in Mönchengladbach. Hier erleben die Kleinsten Musik mit all ihren Sinnen ganz von Anfang an. Die Besonderheit: Die Künstler auf der Bühne sind ebenfalls ganz junge Musiker und Musikerinnen. Viermal jährlich erarbeiten engagierte Musikpädagoginnen der Musikschule Mönchengladbach gemeinsam mit einem jungen Instrumentalensemble, einer Kinderchorgruppe, einer Kindertanzgruppe und einem Solisten ein 45minütiges Konzertprogramm, das genau abgestimmt ist auf die Zielgruppen: Kinder bis 18 Monate mit ihren Eltern und Kinder von 18 Monaten bis drei Jahren in Begleitung eines Familienmitglieds. Bis zu 40 Kinder mit Begleitung bilden jeweils die begeisterte und faszinierte Zuhörerschaft, die mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern auf einer dekorierten Bühne ihren Platz findet, zuhört, mitmacht und miterlebt. Und auch für die jungen Künstler ist diese unmittelbare Begegnung auf der Bühne eine besonders Herausforderung. Das Ergebnis: begeisterte Eltern, bis zum Konzertende aufmerksame Babys und Kleinkinder und stolze junge KünstlerInnen in einer für sie ganz neuen Rolle.
 
Dieses einzigartige Konzept von Baby- und Kleinkinderkonzerten von Kindern für Kinder zeichnet die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes 2019 aus und empfiehlt es zur Nachahmung an weiteren Standorten.
 

ChorKreis Lünen-Lüdinghausen e.V.
Projekt: „Musical Kids Selm“

Ein Ideenwettbewerb der Bürgerstiftung Selm im Jahr 2012 und die Initiative zweier musicalbegeisterter Mädchen legte den Grundstein für die „Musical Kids Selm“. Annika und Katharina hatten den Herzenswunsch, gemeinsam mit Gleichgesinnten ein eigenes Musical zu erarbeiten, und die Idee, dafür einen Musicalverein für Kinder zu gründen. Ihre Begeisterung zeigte Erfolg. Die Bürgerstiftung wählte die Projektidee der Mädchen zur Förderung aus und dann ging es los: Kinder für das Mitmachen begeistern, eine musikalische Fachkraft finden zur Unterstützung der Proben, Stücke aussuchen, Requisiten sammeln, Proben und Aufführungen organisieren. Der ChorKreis Lünen-Lüdinghausen war es dann, der das Projekt der engagierten Kinder unter seine Fittiche nahm – mit großem Erfolg. Im Jahr 2018 kam mit „Hexenhaus“ bereits die dritte Produktion auf die Bühne, nach wöchentlichen Proben mit zwei professionellen Sängern, Workshops zum Improvisationstheater, dem eigenständigen Erarbeiten und Trainieren der Choreographien durch die Kinder und einer hochengagierten ehrenamtlichen Organisation.

In der Projektidee der Musical Kids traf die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen auf die engagierte ehrenamtliche Struktur des ChorKreis Lünen-Lüdinghausen, der mit den Musical Kids Selm nun 26 Chorgruppen unter seinem Dach vereint.
Dabei sind alle Gewinner: der Chorkreis, der für einen gut geschulten Nachwuchs sorgt, und die Kinder und Jugendlichen, die neben den künstlerischen Fertigkeiten im gemeinsamen Prozess viele Anregungen zur Persönlichkeitsentwicklung erhalten.

Die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes würdigt mit der Auszeichnung 2019 das Engagement der Kinder und Jugendlichen und des ChorKreises Lünen-Lüdinghausen e.V. für den kreativen sängerischen Nachwuchs in der Region.


Die Auszeichnungen sind mit einer finanziellen Anerkennung von jeweils 2.500 Euro und einer feierlichen Präsentation am 28. September 2019 in der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf verbunden. Dort präsentierten sich auch die frisch gebackenen Ausgezeichneten mit einem Musikbeitrag.

Die Jury des Sparda-Musiknetzwerkes setzte sich in diesem Jahr aus Vertretern der Stiftung sowie Fachleuten aus Musik, Kultur und Wissenschaft zusammen:
• Prof. em. Dr. Wolf-Dietrich Bukow (Erziehungs- und Kultursoziologe)
• Annegret Schwiening (Geschäftsführerin des LVdM NRW e. V.)
• Bernd Smalla (Vorstandsvorsitzender des LVdM NRW e. V.)
• Antje Valentin (Direktorin der Landesmusikakademie NRW e.V.)
• Regina van Dinther (Vorsitzende AG Laienmusik im Landesmusikrat NRW e.V.)
• Dr. Robert von Zahn (Generalsekretär des Landesmusikrats NRW e.V.)
• Prof. Raimund Wippermann (Rektor der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf)
• Ursula Wißborn (Vorstand der Sparda-Stiftung)