Stiftung Kunst Kultur und Soziales der Sparda-Bank West

  • Marzena Nowak | Space between, 2009 | Teppich, Faden / Cut carpet, thread 190 x 170 cm | Courtesy Galerija Gregor Podnar, Berlin / Ljubljana

  • Zuzanna Janin | Pasygraphy. Solaris I (Hommage a St. Lem), 2008 | Pflastersteine, Strümpfe, Socken / Cobblestones, stockings, socks | 80 x 150 x 150 cm | Installationsansicht Museum Morsbroich, Leverkusen | Courtesy lokal_30 Gallery, Warschau

  • Maciej Kurak | 7000 Bar, 2013 | Mixed Media, Holz / wood | Maße variabel / Dimensions variable | Installationsansicht Museum Morsbroich, Leverkusen | Courtesy local_30 Gallery, Warschau

Museum Morsbroich, Leverkusen

Twisted Entities.
Zeitgenössische polnische Kunst

27. Januar – 28. April 2013

 

Stiftung fördert zum vierten Mal das Museum Morsbroich

In der Ausstellung „Twisted Entities“ werden Räume dekonstruiert, aufgebrochen, verschoben, auf den Kopf gestellt und verdreht.  Körper werden zerlegt, gezwängt, deformiert, verdoppelt und überdreht. Prozesse werden ad absurdum geführt, hintergangen und „abgebogen“.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Vertreter der in den letzten Jahren international mit besonderer Aufmerksamkeit beobachteten polnischen Kunstszene, verfolgen in ihren Arbeiten einen dezidiert subversiven Ansatz: Sie betreiben und hinterfragen zugleich die (Über-)Dehnung und Aufhebung, das Verziehen und Aufbrechen, das Fragmentieren und Umkehren von Prozessen, Räumen und Körpern und formulieren damit eine neue Sicht der Dinge

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„Twisted Entities“: Entität steht als Sammelbegriff für etwas Seiendes und umfasst neben Objekten und Subjekten auch Prozesse oder Räume. To twist bezeichnet eine drehende, sich windende oder wickelnde Bewegung, kann aber auch eine überraschende Wendung, eine Ver- oder Überdrehung meinen. In den gezeigten Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten wird mit der Aktion des (Ver)Drehens immer auch die gebrochene Regel, die aufgehobene Norm oder Ordnung, reflektiert. Wie bei Friedrich Nietzsche der schmerzlich angespannte Zustand des Körpers zu verfeinerter Beobachtung führt, zu einem aufschlussreichen „Um-die-Ecke-sehn“ (Ecce Homo, [1889] 1908), so eröffnet der Twist der Perspektive den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern Wege einer Umwertung ihres Daseins.

Dass gerade für die zeitgenössische polnische Kunst dieses Doppelspiel der Verdrehung des Seienden, das einen Regelbruch und die Reflektion darüber beinhaltet, so charakteristisch ist, mag zum einen in der sensiblen Rolle begründet sein, die das Land beim tief greifenden gesamtgesellschaftlichen Wandel der ehemaligen Ost-West-Verhältnisse zu Beginn der 1980er Jahre gespielt hat. Zum anderen verdeutlicht die Ausstellung aber auch, dass die beteiligten Künstlerinnen und Künstler ganz aktuell mit ihren Werken einen Diskurs der kritischen Zeitgenossenschaft führen.

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Stefanie Kreuzer.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage vom Museum Morsbroich.