Stiftung Kunst Kultur und Soziales der Sparda-Bank West

  • Sparda-Tag am 25. November 2018 // Motiv: Kendall Shaw, Bethune (Detail), 1978, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung, Foto: Carl Brunn

  • Kendall Shaw, Bethune, 1978, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung, Foto: Carl Brunn

  • Kim MacConnel, Edible, 1979, Ludwig Museum – Museum of Contemporary Art, Budapest

  • Robert Kushner, Cincinnati A, 1978, mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung, Foto © mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

  • Joyce Kozloff, Tut’s Wallpaper / Pilaster Pair II (Installationsansicht), 1979 / 1979, mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung seit 1981, © Foto: mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen

Pattern and Decoration
Ornament als Versprechen

21. September 2018 bis
13. Januar 2019


 

Unbedingt vormerken:
Sparda-Tag
25. November 2018

Stiftung der Sparda-Bank West fördert erneut das Ludwig Forum in Aachen

Patchwork-Arbeiten und dekorative Muster auf der einen und politisch-emanzipatorischer Anspruch auf der anderen Seite – die Pattern and Decoration-Bewegung vereint vermeintliche Widersprüche. Mitte der 1970er Jahre entwickelt sich die Kunstrichtung in den USA, als eine der letzten künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts überhaupt, in der der Anteil von Frauen so hoch ist wie nie zuvor. Getragen wird die Bewegung  u.a. von feministisch engagierten Künstler_innen wie Joyce Kozloff, Valerie Jaudon, Robert Kushner und Miriam Schapiro. Sie heben sich mit ihrer Kunst radikal von der vorangegangenen puristischen Minimal Art und rationalistischen Konzeptkunst ab, indem sie Fantasie, Farbe, Formenvielfalt und das Affektive in die Kunst zurückholen. Dabei hinterfragen sie nicht nur tradierte Vorstellungen von Kunst, sondern thematisieren auch politische Fragen wie den Stellenwert von Frauen, den amerikanischen Ureinwohner_innen oder von ethnischen Minderheiten im Kunstbetrieb und in der Gesellschaft. Pattern and Decoration proklamiert damit einen Gegenentwurf zu einem Kunstbegriff, der weltweit von Werten der westlichen Industriestaaten bestimmt und männlich dominiert ist. Ihren politisch-globalen Anspruch artikuliert die Bewegung durch eine Ästhetik mitreißender Leichtigkeit und verführerischer Schönheit: mit Arbeiten die Sinnlichkeit, Fantasie und Farbe feiern und in denen gleichermaßen sozialkritische Inhalte und das Erlebnis unmittelbarer Lebensfreude transportiert werden.

Bislang sind die Werke der Pattern and Decoration-Bewegung in Europa kaum rezipiert worden. Das Ludwig Forum Aachen, das die größte öffentliche Sammlung dieser Kunstbewegung im europäischen Raum beherbergt, unternimmt mit diesem Ausstellungs- und Publikationsprojekt nun eine erste umfassende Aufarbeitung und Neubewertung des Themas.

Mit rund 65 Arbeiten wird erstmals in Europa wieder die ganze Vielfalt der Pattern and Decoration-Bewegung gezeigt: von orientalisch anmutenden Mosaiken über monumentale Textilcollagen, Malereien und Grafiken bis hin zu Rauminstallationen und Video-Performances. Hinzu kommen ausgewählte zeitgenössische Arbeiten etwa von Polly Apfelbaum, Christine Streuli und Rashid Rana. Sie zeigen auf, wie sehr die formalen und inhaltlichen Errungenschaften von Pattern and Decoration bis heute nachwirken. Das Interesse der Bewegung an Bildelementen nicht-westlicher Kunstströmungen ist im Zuge der erneuten Diskussion um eine „globale Kunstgeschichte“ – regelmäßig in großen Kunstschauen wie der documenta verhandelt – aktueller denn je. Befreit vom berühmten Stigma „Ornament als Verbrechen“ (Adolf Loos, 1908) hat Ornamentik, bei aller dekorativen Wirkung, immer auch weltanschauliche und symbolische Bedeutung und dient den Künstler_innen bis heute zur Reflexion über die eigene Kultur sowie als Mittel der Kritik: an politischen Systemen, an weiblichen Rollenmustern, an gesellschaftlichen Konventionen und Erwartungen.


 

Sparda-Tag am 25. November 2018

PROGRAMM*

10.00 - 17.00 Uhr
Freier Eintritt

11.00 - 17.00 Uhr
Offener Workshop in der Werkstatt für Kinder Jugendliche und Erwachsene
MO SA IK SA IK MO

11.00/13.00/16.00 Uhr
Führungen für Familien

12.00/14.00 Uhr
Kuratorinnenführung mit Esther Boehle

*Änderungen vorbehalten

Weitere Informationen zum Ludwig Forum Aachen finden Sie hier.